Stoffschlüssige Gelenke

Rotationsgelenke mit einem Freiheitsgrad

Stoffschlüssige Rotationsgelenke sind Gelenke mit einem bauartbedingten eingeschränkten Drehwinkel. Die Bewegung ermöglicht die Elastizität der eingesetzten Materialien. Die stoffschlüssigen Gelenke besitzen kein Stip-Slick Effekt der gerade bei Messaufgaben unerwünscht ist. Außerdem sind diese Gelenke unempfindlich gegenüber Verschmutzung und benötigen kein Schmiermittel um zu funktionieren.

Kreuzfedergelenk für präzise Schwenkbewegungen

Kreuzfedergelenk

Ein Kreuzfedergelenk besteht im Kern aus zwei Halbschalen, zwischen denen kreuzweise Blattfedern als Biegegelenk verbaut sind (links oben im Bild). Über diese Baugruppe werden kurze Hülsen geschoben. In dem Beispiel auf dem Bild drei Stück. Zwei Hülsen, die erste und die dritte, werden an der gleichen Halbschale befestigt. Die mittlere Hülse wird an der gegenüberliegenden Hülse befestigt. Es gibt auch Bauarten mit nur zwei Hülsen, die auch wechselseitig mit den beiden Halbschalen verbunden sind.
Diese Anordnung bewirkt, dass sich die Hülsen gegeneinander um einen definierten Winkel drehen, wenn ein Drehmoment an der mittleren Hülse wirkt während die äußeren Hülsen an einer Rotation gehindert werden.
Werden Kreuzfedergelenke nicht bis zu ihrem maximal möglichen Drehwinkel eingesetzt sind sie dauerfest. Der zulässige Winkel kann im voraus bestimmt werden.

  • kein Stip-Slick Effekt
  • Wartungsfrei
  • Keine Schmierung erforderlich
  • Unendliche Lebensdauer
  • Sehr gute Wiederholgenauigkeit
  • Geringe Hysterese
  • Vorhersehbare Leistung

Kreuzfedergelenk für präzise Schwenkbewegungen

Kerbgelenk hier Kreiskerbgelenk

Eine der am häufigsten eingesetzten stoffschlüssigen Gelenke wird wohl das Kerbgelenk sein. Jede einteilige Kunststoffdose besitzt Kerben im Material an der sich, eine Lasche oder ein angespritzter Deckel, schwenken soll. Hier werden die Eigenschaften des Materials ausgenutzt.
Die Form der Einkerbung gibt dem Gelenk auch den Namen, so gibt es Kreiskerbgekenk, Ovalkerbgelenk.

Kreuzfedergelenk für präzise Schwenkbewegungen

Speichengelenk

Bei einem Speichengelenk werden Blattfedern an einer Nabe befestigt. Die Enden der Blattfedern, die aussehen wie Speichen an einem Rad, daher der Name Speichengelenk, sind in einem Ring gelagert. Wirkt nun ein Drehmoment an der Nabe, der äußere Ring ist fest, werden die Blattfedern gebogen und lassen eine Rotation der Nabe entsprechend der Größe des Drehmomentes zu. Wirkt das Drehmoment nicht mehr, dreht sich die Nabe in ihre Ausgangsstellung zurück.

Autor: Uwe Koerbitz