Innengewinde / Gewindeträger

Mögliche Varianten wie Innengewinde an ein Bauteil angebracht werden kann. Entweder das Gewinde in dem Werkstück fertigen oder mit einem Gewindeträger (Anschweißmutter, Einpressmutter, etc.) an dem Bauteil anbringen.

Gewinde Schneiden-Formen
Gewinde schneiden oder formen

Schneiden

Durchgangsgewinde mit Gewindebohrer schneiden oder mit einem Werkzeug mehrstufig formen. Eine Mindestgewindetiefe ist, die je nach Werkstoff in n-fachen des Gewindenenndurchmessers angegeben wird, erforderlich um die volle Belastbarkeit einer Schraube auszunutzen.

Sechskantmutter auf Bauteil schweissen
Mutter auf Bauteil schweissen

Sechskantmutter anschweißen

Eine Standard Mutter auf das Bauteil schweißen. Die Durchgangsbohrung im Werkstück ist nicht unbedingt erforderlich.

Gewindeeinsatz in Bohrung schrauben
Selbstschneidender Gewindeeinsatz

Gewindeeinsatz

Gewindeeinsatz in eine vorhandene Bohrung eindrehen (selbst schneidend) oder einpressen. Wird eingesetzt, wenn der Grundwerkstoff nicht die gewünschten Eigenschaften für eine Schraubverbindung besitzt.

  • Anwendung in Leichtmetalllegierungen, Ms, Bronze, Gusseisen
  • Gewinde: M2 - M30

Drahtgewindeeinsatz
Drahtgewindeeinsatz

Drahtgewindeeinsatz

Der Drahtgewindeeinsatz besteht aus einer Drahtspirale. Die Windungen besitzen die Steigung des Gewindes. Der Querschnitt ist rhombenförmig mit einem Flankenwinkel von 60 Grad. Zur Montage des Drahtgewindeeinsatzes wird in das Werkstück ein spezielles Gewinde geschnitten. Der Drahtgewindeeinsatz hat vor der Montage einen etwas größeren Durchmesser. Dadurch kann er sich nach der Montage in dem Aufnahmegewinde festklemmen.
Die Montage des Drahtgewindeeinsatzes erfolgt mit einem speziellen Einsetzwerkzeug. Dieses Werkzeug wird durch den Gewindeeinsatz gesteckt und nimmt den Montagedraht (im Bild mit 1 gekennzeichnet) auf. Mit dem Montagedraht voran wird der Drahtgewindeeinsatz in das vorgefertigte Gewinde eingedreht. Nach der Montage erfolgt die Entfernung des Montagedrahtes durch Bruch an der dafür vorgesehenen Kerbe (im Bild mit 2 gekennzeichnet).
Eingesetzt wird der Drahtgewindeeinsatz wenn der Werkstoff des Werkstückes zu weich ist um ausreichende Auszugskräfte zu gewährleisten (z.B. Kunststoff, Aluminium). Gleichfalls sind diese Einsätze zur Reparatur bei ausgerissenen Gewinden geeignet.

  • Zöllige Gewinde: UNC; UNF; BSW; BSF; BSG/P; BA
  • Gewinde: M2 - M42
  • Wird zur Reparatur von Gewinden eingesetzt

Gewindeeinsatz selbstsichernd
Gewindeeinsatz selbstsichernd

Gewindeeinsatz selbstsichernd

Der Gewindeeinsatz wird in eine Bohrung eingedrückt. Die Segmente die sich beim Eindrücken nach innen biegen, werden beim Eindrehen der Schraube wieder gespreizt, das Außenprofil des Gewindeeinsatzes verankert sich in der Bohrung.

  • Anwendung in Kunststoff, Holz und Verbundwerkstoff
  • Gewinde: M2 - M8

Gewindeeinsatz Ultraschall oder Wärme in Träger
Gewindeeinsatz für Ultraschall- oder Wärmeanwendung

Gewindeeinsatz mit Ultraschall oder Wärme einbetten

Die Gewindebuchse wird im heißen Zustand in eine vorhandene Bohrung geführt. Das umgebende thermoplastische Material schmilzt und fließt um die Gewindebuchse. Nach dem Erstarren des Kunststoffes ist die Gewindebuchse fest im Bauteil verankert. Eine alternative ist das Einsetzen der Gewindebuchse mit Ultraschall. Durch die hochfrequenten Schwingungen erhitzt sich der thermoplastische Kunststoff an den Kontaktstellen und bettet die Gewindebuchse vollständig ein. Die Gewindebuchse ist auch für konische Bohrungen lieferbar.

  • Anwendung thermoplastische Kunststoffe
  • Gewinde: M2 - M10

Schweißmutter DIN929
Schweissmutter DIN929

Anschweißmutter

Es gibt Anschweißmuttern in sechseckiger Form mit drei Schweißbuckeln (DIN 929), viereckige Anschweißmuttern mit vier Schweißbuckeln (DIN 928)und Sonderformen in rund und rechteckig. Die Mutter wird mit den Schweißbuckeln auf das Bauteil gepresst. Die Kontaktstellen der Schweißbuckel zum Bauteil besitzen einen relativ hohen elektrischen Widerstand. Wird Strom durch Mutter und Bauteil geleitet verschmelzen die Schweißbuckel mit dem Bauteil. Diese Verfahren wird Buckelschweißen genannt und ist dem Punktschweißen sehr ähnlich.

Schweißmutter aus Blech
Blech Schweissmutter

Schweißmutter in Blechausführung

Diese Schweißmuttern sind aus Blech hergestellt und besitzen zwei bis vier Schweißbuckel. Sie werden nach dem Buckelschweißverfahren mit dem Bauteil verbunden, siehe auch unter Schweißmutter auf dieser Seite. Es gibt Schweißmuttern mit der Ausprägung der Buckel wie in der Grafik gezeigt (Form A Buckel unten) aber auch eine Ausführung bei der die Buckel zur anderen Seite, also zur Gewindeseite ist (Form B Buckel oben).
Durchgangsbohrung im Werkstück nur für Form B unbedingt erforderlich.

  • Gewinde M3 - M12
  • In Edelstahl lieferbar

Blech Nietmutter
Blech Nietmutter

Blech-Nietmutter

Standardteil, welches mit Nieten am Bauteil befestigt wird. Als Nieten können die verschiedensten Typen verwendet werden. In den verschiedenen Ausführungen erhältlich.

  • Gewinde: M3 - M12
  • Zugang von beiden Seiten notwendig.

Nietmutter
Nietmutter

Nietmutter oder Einnietmutter

Die Nietmutter wird mit einem Werkzeug in einer vorgefertigten Bohrung verformt. Am Kragen ist eine Verzahnung, die die Mutter gegen Verdrehung sichert. Es sind auch Varianten mit einer Rändelung auf dem zylindrischen Teil, der Mutter der in die Bohrung geführt wird im Handel erhältlich, sowie Ausführungen mit einem Sackloch.

  • Anwendung in fast alle Metalle und Kunststoffe
  • In Stahl, VA-Stahl, Aluminium und Messing erhältlich
  • Gewinde: M2 - M16
  • Zugang von beiden Seiten erforderlich
  • Zur Montage wird eine Presse benötigt

Einstanzmutter
Einstanzmutter

Einstanzmutter

Die Mutter stanzt mit dem inneren Kragen die Durchgangsbohrung, durch die später die Schraube montiert wird. Das Blechmaterial um den Stanzkragen wird anschließend in den Hinterschnitt der Mutter gepresst. Die eckige Ausführung der Vertiefung in der Stanzmutter sichert sie bei der Montage gegen verdrehen. Weitere Varianten von Stanzmuttern sind im Handel erhältlich.

  • Gewinde: M5 - M10
  • Verwendung in Stahlblech
  • Blechdicke 0,6 - 2,5 mm
  • Beidseitiger Zugang notwendig
  • Zur Montage wird eine Presse benötigt

Fliessbohren
Fliessbohren

Fliessbohren

Wird mit einem Spitzen Kegel (Fließformwerkzeug) der mit hoher Drehzahl rotiert in das Blech eingezogen. Zugänglichkeit bei der Herstellung nur von einer Seite erforderlich.

  • Gewinde M2 - M20
  • Material Stahl, Niro und Aluminium
  • Blechdicke 1 - 10 mm
  • Kein extra Material erforderlich
  • Kleine Gewinde von Hand mit Werkzeug herstellbar, sonst Ständerbohrmaschine
  • Zugänglichkeit nur von der Einschraubseite erforderlich
Einziehmutter oder Blindnietmutter
Einzieh- oder Blindnietmutter

Einzieh- oder Blindnietmutter

Die Einziehmutter, oder auch Blindnietmutter genannt, wird in eine Bohrung gesteckt und mit einem Werkzeug auf der Rückseite gestaucht. Da die Zugänglichkeit bei der Montage nur von einer Seite erforderlich ist, kann die Einziehmutter auch in geschlossenen Volumen wie z.B. in Quadratrohren oder in nicht zugänglichen Bereichen eingesetzt werden. Soll die Verschraubung dicht sein, wird eine geschlossene Variante eingesetzt.

  • Gewinde M3 - M12
  • VA-Ausführung erhältlich
  • Mit Werkzeug von Hand montierbar
  • Zugänglichkeit nur von der Einschraubseite erforderlich

Käfigmutter in Blechkäfig
Standard-Käfigmutter

Käfigmutter

Diese Mutter besteht aus einem Blechteil, in dem eine Vierkantmutter gehalten wird. Montiert wird sie in einer Vierkantbohrung durch zusammendrücken des Blechkörpers (Pfeile im Bild). Das Blechteil ist auf die Blechdicke abzustimmen, da die Haltekrallen unterschiedliche Abkantungen besitzen. Montagetoleranzen werden durch die lose Fixierung der Mutter in dem Blechteil ausgeglichen.

  • Gewinde M3 - M12
  • VA-Ausführung erhältlich
  • Varianten die von Einschraubseite montierbar sind erhältlich
  • Mit einem Werkzeug von Hand montierbar

Composite Mutter
Copmosite Mutter

Composite Mutter

Eine Gewindehülse ist auf einer gelochten Platte verschweißt. Dieses Element wurde zum Einlaminieren in Kunstharz mit Glasfaser- oder Kohlefasermatten entwickelt. Durch die große Standfläche eignet es sich sehr gut zum Kleben auf Bauteile. Als Kleber (rot im Bild) eignen sich vorzugsweise Epoxid- oder PU-Klebstoffe.

  • Gewinde: M4 - M10
  • In Edelstahl erhältlich
  • Zugang nur von der Anschraubseite notwendig

In transparenten Kunststoff eingespritzter Gewindeeinsatz geklebt
Gewindebuchse in Polycarbonatpad mit UV-Kleber befestigen

Kleben Polycarbonat-Pad

Ein in einem transparenten Kunststoff eingespritzter Gewindeeinsatz wird mittels UV-härtendem Klebstoff auf das Werkstück geklebt. Durch die Verwendung von UV-Kleber wird eine sehr kurze Härtezeit (ca. 5 s) erreicht. Das Polycarbonat-Pad kann ohne Zeitdruck positioniert werden, erst wenn die UV-Strahlung den Klebstoff erreicht beginnt die Aushärtung.

  • Anwendung auf allen klebbaren Materialien
  • Zugänglichkeit nur von einer Seite notwendig
  • Von Hand montierbar
  • Automatisierbar

Schweißmutter geklebt
Blech Schweissmutter ohne Schweissbuckel geklebt

Blech Schweißmutter geklebt

Die Schweißmutter mit glattem Flansch (Form C ohne Schweißwarzen) wird mit Klebstoff am Bauteil befestigt. Mögliche Klebstoffe: Epoxid-, Anaerobe- oder Cyanacrylat-Klebstoffe

  • In Edelstahl erhältlich
  • Gewinde M3 - M12
  • Zugang nur von der Anschraubseite notwendig

Produktinformationen
siehe auch Klebstoffe

Autor: Uwe Koerbitz


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