Fügen durch umformen (Nieten)

Nieten bei beidseitigem Zugang der Verbindungsstelle

Zeichenerklärung:

stellt die zu verbindenden Werkstücke dar
Gegen-/ Halte- Kraft von rechts oder links
der einzusetzende Niet
Werkzeugkraft von rechts oder links
Vollniet
Vollniet

Vollniet

Der Vollniet kann sehr hohe Belastungen aufnehmen. Der Niet wird in die Nietbohrung gesteckt und mit einem Gegenhalter fixiert. Mit Nietdöpper wird der Rundkopf geformt. Bis etwa 8 mm wird kalt, ab 10 mm warm vernietet. Beim  Warmnieten entstehen hohe Normalkräfte, die die Bauteile aufeinander pressen. Die Verbindung kann dadurch höhere Kräfte aufnehmen. Im Stahlbau war bis in die 50er Jahre das Nieten weit verbreitet und wurde dann hauptsächlich durch das Schweißen und Schraubverbindungen verdrängt.

  • Nenndurchmesser [mm]: 3 - 4 - 5 - 6
  • Werkstoffe: Stahl, Edelstahl, Alunimium, Kupfer, Messing
  • Kopfform: Halbrundkopf, Senkkopf

 
DIN 123 / 124 / 302 /  660 /  661 / 662 / 674 / 675 / 7338-A / 7338-B/ ISO 1051
Hohlniet
Hohlniet/Rohrniet

Hohlniet oder Rohrniet

Der Hohlniet besteht aus einer Hülse die auf einer Seite je nach Kopfform gebördelt ist. Er wird in eine Bohrung gesteckt und das überstehende Ende mit einem Werkzeug ebnefalls nach außen gebördelt.

  • Nenndurchmesser [mm]: 1 - 1,2 - 1,5 - 2 - 2,5 - 3 - 4 - 5 - 6 - 8 - 10
  • Nennlängen [mm]:
  • enkkopf
  • Materialien: Stahl, Edelstahl, Messind, Kupfer, Aluminium

DIN 7339 / 7338-C / 7340
Halbhohlniet
Halbhohlniet

Halbhohlniet

Der Halbhohlniet ist einfacher zu verarbeiten als ein Vollniet und liegt von der Scherfestigkeit über der Hohlniet. Nach dem durchstecken in die Nietbohrung wird das hohle Ende mit einem Dorn gespreizt oder mit einem Formwerkzeug umgebördelt.

  • Nenndurchmesser [mm]: 3 - 4 - 5 - 6 - 8 - 10
  • Schaftlänge [mm]: 4 - 25
  • Nietüberstand [mm]: 2 - 4,5
  • Nietmaterial: Stahl, Aluminium, Messing, Kupfer
  • Nietkopf: Flachkopf

DIN 6792 / 7338
Doppelhohlniet
Doppelhohlniet

Hohlniet mit Nietkappe

Diese Niet besteht aus zwei Teilen, einem Ober- und einem Unterteil. Das Oberteil ist mit einer Kappe versehen. Bei dem Unterteil gibt es wahlweise offene oder Ausführungen mit Kappe. Das Unterteil ist konisch gestaltet und wird von hinten in die, für die Nietung vorgesehenen Bohrung, gesteckt. Das Oberteil ist zylindrisch und wird mit Druck von oben auf das Unterteil geschoben. Durch den flachen Kegel des Unterteiles und die zusätzliche Verformung der beiden Teile halten diese fest zusammen. Verwendet werden Doppelhohlnieten um flexible oder Gegenstände mit großen Toleranzen verbunden werden sollen.

  • Nenndurchmesser [mm]: 2,8 - 3,3 - 4,4 - 4,6 - 4,7 - 5,1 - 6,0
  • Zwischenraum im zusammengesteckten Zustand [mm]: 2,9 - 19

Schließringbolzen
Schließringbolzen

Schließringniet (Schließringbolzen)

Der Schliessringniet oder auch Schliessringbolzen besteht aus zwei Teilen, einem Bolzen und einem Schliessring. Der Bolzen wird von hinten durch die Nietbohrung gesteckt und von vorn der Schliessring auf das überstehende Ende des Bolzens geschoben. Ein Setzgerät wird auf den Bolzen gesetzt und greift in die Verzahnung. Eine Matritze stützt sich auf dem Schliessring ab, während am Bolzenende gezogen wird. Die beiden zu verbindenden Bauteile werden fest aufeinander gepresst. Bei weiterer Erhöhung der Zugkraft am Bolzen formt die Matritze den Schliessring um den Bolzen bis dieser an einer Sollbruchstelle über dem Schliessring abreißt. Es entsteht eine vibrationssicher Nietverbindung.
Es gibt viele Varianten von Schliessringbolzen je nach Einsatzfall auch weiche Materialien in Sandwichbauweise werden mit speziellen Schliessringbolzen verbunden.

  • Nenndurchmesser [mm]: 4,8 - 6,4 - 7,9 - 9,5 - 10 - 12 - 12,7 - 14 - 16 - 19 - 20 - 22 - 25,4 - 28,6
  • Klemmlänge [mm]: 1,3 - 158
  • Material Niet: Stahl, Edelstahl, Aluminium
  • Kopfform: Von Senkkopf bis großem Flachkopf
  • Beispiel Festigkeit: Niet Stahl D=4,8 mm, Bruchkraft -Scherung 12200 N nominal, -Zugkraft 7400 N nominal
  • Beispiel Anpressdruck der Bauteile Niet Stahl D=4,8 mm 4700 N

Vollstanzniet
Vollstanzniet

Vollstanzniet

Der Vollstanzniet stanzt die zur Nietung notwendige Bohrung in das Blech. Nach der Stanzung sitzt der Vollstanzniet im Blech, von unten drückt die Stanzmatrize Material vom Blech in die Rillen des Vollstanznietes. Gleichzeitig hält von der Vorderseite ein Stempel dagegen. Der Vollstanzniet ist für dünne Bleche geeignet. Der Nietpunkt hat beidseitig einen fast bündigen Abschluss. Die zu verbindenden Bleche können unterschiedlich dick und aus unterschiedlichem Material sein.

  • Hohe Zugfestigkeit
  • Anwendung in St, VA, Alu
  • Werkstoff Niet: VA, Alu
  • Gesamtblechdicke [mm]: 1,8 - 7

Hohlstanzniet
Hohlstanzniet

Hohlstanzniet

Der Hohlstanzniet benötigt keine Vorbohrung zur Nietung. Stanzen und befestigen erfolgt in einem Arbeitsgang. Der Hohlstanzniet durchdringt das obere Blech und verankert sich durch Spreizen in dem unteren Blech. Es entstehen hochfeste und dichte Verbindungen die auf der Oberseiten eben und auf der Unterseite eine Materialanhäufung aufweist.

  • Nenndurchmesser Niet [mm]: 3,2 - 3,9 - 4,8
  • Nietlänge [mm]: 3 - 9,5
  • Gesamt Materialstärke [mm]: 1,6 - 8
  • Blechdicke [mm]: Stahl 0,75 - 1,5, Aluminium 0,8 - 2,5
  • Bei unterschiedlichen Blechdicken: Niet von dünn in dick stanzen
  • Bei unterschiedlichen Materialhärten: Niet von hart in weich
  • Nietkopf: Flachrundkopf, Senkkopf, Flachkopf
  • Mehr als zwei Lagen möglich
  • Verarbeitende Materialien: Stahl, Aluminium (Druckguss, Strangpressprofil, Blech), Kunststoff...
  • Material Niet: Stahl, Edelstahl
  • Material-Härte und -Duktilität muss im geeigneten Bereich vorhanden sein
  • Verarbeitung von Klebschichten, Dichtstoffen, Lackschichten oder ähnlich ist möglich

 

Autor: Uwe Koerbitz